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Reiseberichte aus Südostasien

Shan-Staat: Trekking von Kalaw zum Inle Lake

Zum Ende unserer Reise sollte nochmal ein echtes Highlight auf uns warten:

Von Bagan fuhren wir nicht direkt zum Inle-See, sondern nur in das kleine Bergdorf Kalaw, das Ausgangspunkt vieler geführter Trekkingtouren ist. Dabei nutzen wir wieder das Busunternehmen JJ Express, das VIP-Busse anbietet. Durch einen großen Sitzabstand und nur 3 statt 4 Sitzen in einer Reihe wird so das Busfahren zum echten Genuss.

Schon bei unserer Ankunft in Kalaw schüttete es aus Eimern, sodass Zweifel in uns aufkamen, ob Wandern denn in der Regenzeit das Richtige ist. Da wir uns aber nun einmal so entschieden hatten und unser gewählter Touranbieter A1 Trekking nach einem Einführungsgespräch einen sehr seriösen und ermutigenden Eindruck auf uns machte, nahmen wir uns der Aufgabe an.

Nach einer Nacht im Mya Sabai Inn starteten wir gegen 8:30 Uhr und lernten mit Danny und Nora auch gleich unsere Wanderpartner für die nächsten zwei Tage kennen.

Unsere großen Reiserucksäcke konnten wir praktischerweise direkt bei Tourbeginn abgeben, damit sie per Auto in unser Hotel am Inle Lake transportiert werden konnten.

Die Wanderung startete nach einer 30-minütigen Autofahrt in einem kleinen Dorf zwischen Paprika-, Tomaten- und Ingwerfeldern. Unsere Wanderführerin Jue Jue machte uns dabei, wie auch auf der gesamten Tour, immer wieder auf vieles Interessantes aufmerksam und beantwortete all unsere Fragen zu Landwirtschaft und Kultur der Burmesen.

Wider Erwarten hatten wir mit dem Wetter Glück: bis kurz vor Erreichen des Homestays wanderten wir bei strahlendem Sonnenschein – dann rumpelte es auf einmal und wenige Minuten später brach ein Höllenunwetter über uns herab. Nach wenigen Minuten war klar: um die sich auftuenden Schlammpfützen herum balancieren nützt nichts, denn vor den immer größer werdenden Sturzbächen auf dem Weg gab es kein Entkommen. Den festesten Stand hatte man immer noch mitten in den Pfützen, und so fand man sich oft knietief im von Wasserbüffeln aufgewühlten Schlammweg wieder. Wir nahmen es alle mit Humor und fühlten uns wie Kinder beim Pfützenspringen. Nur gut, dass wir uns am Vortag noch zwei Regencapes auf dem Markt in Kalaw gekauft hatten.

Am Homestay angekommen wuschen wir uns und unsere Kleidung erst mal mit dem angesammelten Regenwasser und wärmten uns danach am Lagerfeuer auf. Wie schon zum Mittagessen wurde auch abends ein einfaches, aber hervorragend schmeckendes und sehr üppiges Essen aus frischen Zutaten über dem blanken Feuer zubereitet. Dafür begleitete uns ein Koch aus der Umgebung, der uns die komplette Wanderung über mit dem Moped immer wieder einholte.

Kurz nach Einbruch der Dunkelheit fielen wir erschöpft ins Bett – schließlich sollte es am zweiten Tag schon 6 Uhr Frühstück geben und 7 Uhr mit der Wanderung losgehen.

Auch am zweiten Tag schien uns die Sonne auf den Pelz, sodass wir auch bei den verbleibenden 14 km noch mal heftig ins Schwitzen kamen. Vorbei an einer Zoll-Station, an der die touristische Eintrittsgebühr für den Inle-See und dessen Umgebung verrichtet werden muss, ging es weitestgehend bergab zum tiefer gelegenen See.

Kurz vor unserer Ankunft am Bootssteg gab es noch mal ein üppiges Mittagessen zum Abschluss, bei dem uns der Koch vor allem mit seinen Obstkreationen überraschte.

Die Wanderung endete am Südwest-Ende des Sees, sodass wir von dort aus mit einem motorisierten Kahn nach Nyaung Shwe gebracht wurden – das war im Preis der Wanderung bereits inbegriffen.

Da Danny und Nora gleich ohne Übernachtung nach Mandalay weiterreisen wollten und deshalb gleich noch die typischen Sehenswürdigkeiten auf dem Inle-See mitnehmen wollten, entschieden wir vier uns dazu, für nur 1.000 MMK pro Person den Bootsfahrer noch ein paar Sehenswürdigkeiten ansteuern zu lassen.

Da wir uns vorher schon ein bisschen über den Inle-See informierten, wussten wir von den typischen Touristen-Schauwerkstätten und -Verkaufsräumen, die uns erwarteten. Bei Lotus-Spinnern, Tabakstopfern und Silberschmieden wurden die Erwartungen genau getroffen – wir nahmen’s mit Humor und hatten trotzdem noch ein paar schöne Eindrücke vom See, den typischen schwimmenden Dörfern und Gärten und dem Treiben der Bewohner.

1 Kommentar

  1. Hallo ihr beiden,
    da habt ihr ja mal wieder eine krasse Reise hinter euch. 🙂
    Wie ist denn verglichen damit der Alltag in Berlin?
    Gibt es schon Pläne, wohin es als Nächstes gehen soll?
    Viele Grüße!

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